Die Bäckerei
“Sawinoz-Maschchura Schoddil”
in Ferg´ona, Usbekistan ,
 in der ich vom 15.9. bis zum 9.10.2015 war

stellte von abends 18 Uhr bis zum Morgengrauen Unmengen von einem russischen Brot, ähnlich wie ein Vollkorn-Toastbrot her.
Alles in Handarbeit, und dafür waren moderne deutsche Backöfen und eine modere Knetmaschine vorhanden.

 

Sonst nichts.  

Tagsüber waren die Produktionsräume nicht genutzt.

Die Geschäftsführung wünschte nun Vorschläge vom mir, was kann man sonst noch herstellen und natürlich auch verkaufen kann.

Die Geschäftsführung, 2 junge Frauen von 18 und 21 Jahren, Maschchura & Sarvonz ( Ich weiß es deshalb, weil sie während meines Aufenthaltes dort Geburtstag hatten) wurden unterstützt von Ihrem Vater Adaham
. Er will für seine Kinder eine Existenz aufbauen.

Morgens gegen 8 Uhr kamen meine " 4 Auszubildenden"
Junge Frauen ca. 20 bis 25 Jahre.

(Solch eine hübsche Belegschaft hätte ich mir hier in
 Deutschland auch gewünscht).

Zusammen mit Servinoz und Maschchura haben ich aus meinen mitgebrachten Rezepten, auf meinen mitgenommen Laptop, versucht einzuschätzen, werden diese Backwaren hier von den Kunden angenommen.

Ich habe dann versucht einzuschätzen, stehen mir die Zutaten
oder etwas vergleichbares zur Verfügung?

 Können wir es versuchen.?

Auf dem Markt habe ich dann versucht, die benötigten Zutaten zu kaufen, oder was kann ich aus den hier angebotenen Rohstoffen herstellen.

Ich habe dann wie in der klassischen Berufsausbildung vorgemacht, und die "Schülerinnen" haben fleißig geholfen und mitgeschrieben

Die fertigen Backwaren gingen dann direkt in das danebenliegende Magazin (Geschäft).

Wenn es von den Kunden gekauft wurde, wurde es immer wieder von den Schülerinnen produziert.
Dort gab es jede Menge Konkurenz-Backwaren, die Sie teils aus Rußland dazukauften,
und jetzt selbst produzieren wollen.

Aber: Nach einer Woche war ich mit meinem Latein am Ende. Alles was ich gemacht und gebacken  habe, interessierte die Kunden nicht.

 Ob Brötchen, Roggenbrot, Baquette Blechkuchen usw. waren Ladenhüter.

Die Rohstoffe:
Salz, was extra erst aufgelöst werden mußte.
Palmfett ähnlich wie Fritierfett, zum tourieren
kein Puddingpulver, dafür “Wäschestärke”,
 keine Schlagsahne, statt dessen eine “künstliche Schlagkrem”
usw .
Ich habe an mir gezweifelt. Überall Kompromisse.
Wie komme ich blos dieser Nummer raus.!!!!

Nach ca. 1 Woche hatten wir aber dann zumindest Ansätze von Erfolg.

Plunder, Croissant, Quarkbrötchen, Rosinenschnecken Baiser und vor allem Kekse wurden gekauft und wurden dann in täglich größeren Mengen hergestellt und verkauft.

Das gipfelte darin, das zum Ende meines Aufenthaltes dort, ein "Händler und Gastronom" aus Fergana täglich 1000 kg Backwaren von "Uns" beziehen wollte.

Das war und ist mit den dort vorhanden Hilfsmittel kaum herzustellen.
Ich hatte ein "Nudelholz" aus einer "Puppenstube".
Kaum Kühlmöglichkeiten, Arbeitstische mit löcherischem Zinkblech beschlagen.
Nüsse wurden mit einem Mörser zerkleinert.
Kennen Sie noch den Rührfix??

Rosinen waren so groß wie bei uns Weintrauben.
Sie wurden mit einer Schere zerschnitten

Tagsüber kamen immer wieder Gäste in die Backstube, ob Bürgermeister, Banker,
ein mir unbekannter  Popstars ,  (meine Mädels drehten am Rad), ein hoher Militärangehöriger mit Bodyguards,
Kunden, Freunde usw.

2004
2000
3100
2012
2130
2160

IMMER waren die Tische zu niedrig
oder  der “Rücken” zu lang

2180
2250
20150929_155046
2220
7370
1080
7030
7040
7300
2386

Wie sind die Verbrauchergewohnheiten?

 

 

Zum Croissants schneiden
kann man sich vom örtlichen Schlosser einen Ausstecher herstellen lassen !