Eines Tages im Hochsommer, ich bin vielleicht 8 Jahre alt, stromern wir wie üblich, an der Gelster endlang. Wir, das sind Jungen aus der Nachbarschaft, alle älter sind , und ich.
Wir wollen mal sehen, ob es in der Gelster Fische gib, die wir sowieso nicht fangen würden.

So kommen wir auch in den Bereich der Ritzmühle. (später Raiffeisen-Baumarkt)

 

Überraschender weise liegt dort ein eigentümliches „Boot“ aus Holz, versenkt unter Wasser und versteckt in der Uferböschung. Im Boot liegen jede Menge schwerer Steine, die das Boot unter der Oberfläche halten.

Vorsichtiges Umherschauen, und dann großer Kriegsrat. Kein Eigentümer, kein Namen, also unseres.

 

Erstmal die Steine heraus, da kommt es schon an die Oberfläche und schwimmt.

Mit einer alten Konservenbüchse wird das Wasser herausgeschöpft - dann reicht es für uns zum einsteigen.

Das Unterwasserschiff ist rund, deshalb hat es keine Stabilität und wir kentern wiederholt, bis alle 4 im Boot sitzen. Egal, unsere Eltern sind nasse oder kaputte Hosen gewöhnt, die hätten sich höchstens gewundert, wenn wir mal sauber nach Hause gekommen währen.

 

Paddel haben wir nicht, die basten wir uns dann zu Hause.

Aber es geht ja stromab, mit Stöcken und mit den Händen können wir es halbwegs steuern.

Der befahrbare „Strom“ hat ,Gott Sei Dank, kein Sturm oder Seegang.

Schlachtefest

Der Schlachtetrog sollte zum dichtwerden ein paar Tage gewässert werden, und jetzt war er weg.

Also gab es einen „Satz Heiße Ohren“, und wir alle vier mussten in den nassen Sachen den Trog über den Fußweg an der Gelster (Heute „Auf der Mühlengelster“) zurück zur Ritzmühle bringen.

Dort wurden die „Heißen Ohren“ von dem Müller aufgefrischt, und wir mussten den Trog auch wieder unter Wasser befestigen und mit den Steinen beschweren.

Warum glaubte uns denn keiner, das wir nicht wussten, das es ein Trog war, welcher sich so hervorragend als Boot geeignet hatte.

Die Angelegenheit wurde kurzerhand von den Betroffenen erledigt.

Als wir Stunden später in vollem Besitzerstolz an der Obermühle ankommen, steht mein Vater schon mit zornesrotem Gesicht (vielleicht war es auch unterdrücktes Lachen) am Ufer und winkt uns zu sich heran.

Der Müller von der Ritzmühle hatte bei ihm angerufen:

Irgendwelche Saubengel haben ihm den „Schlachtetrog“ geklaut, und wer war dabei gewesen, natürlich der „Erner“.